Sie haben Wissen, das andere brauchen, und wollen eine Online-Akademie aufbauen? Dieser Ratgeber führt in sechs Schritten von der Zielgruppe bis zur Betreuung — und zeigt, welche rechtliche Frage Sie früh klären sollten.
Am Anfang steht nicht die Technik, sondern die Frage: Wer soll was lernen? Beschreiben Sie Ihre Zielgruppe so genau wie möglich, mit Vorwissen, Zeitbudget und Ziel. Ein Kurs für Berufseinsteiger sieht anders aus als einer für erfahrene Fachkräfte.
Formulieren Sie danach ein klares Lernziel. Was können Teilnehmende nach dem Kurs, was sie vorher nicht konnten? Dieses Ziel hilft Ihnen später bei jeder Entscheidung, auch beim Streichen von Inhalten.
Online lernen Menschen in kurzen Einheiten, oft in einer Pause oder am Abend. Teilen Sie den Stoff deshalb in Module von zehn bis zwanzig Minuten. Jedes Modul behandelt ein Thema, mit kurzem Text, einem Video oder Bildern und einigen Übungsfragen am Ende.
Erklären Sie bei den Übungsfragen auch, warum eine Antwort richtig ist. So lernen Teilnehmende aus Fehlern, statt nur ein Ergebnis zu sehen. Zudem sehen Sie später, welche Fragen besonders oft falsch beantwortet werden.
Teilnehmende wollen wissen, ob sie den Stoff beherrschen. Eine Prüfungssimulation unter Zeit und ein Zertifikat am Ende geben diese Sicherheit. Außerdem wirkt ein Zertifikat mit Ihrem Namen und Logo als Empfehlung für Ihre Online-Akademie.
Überlegen Sie dabei, ob Sie Einsendeaufgaben anbieten, die eine Lehrkraft bewertet. Das steigert den Wert des Kurses deutlich. Allerdings kann es rechtliche Folgen haben, dazu mehr in Schritt 6.
Wer eine Online-Akademie aufbauen will, braucht keine eigene Software. Eine gehostete Lernplattform mit eigener Marke spart Monate an Entwicklung. Wichtig sind eine einfache Inhaltspflege, mobile Bedienung, Prüfungen und Zertifikate sowie ein faires Vertragsmodell.
Worauf Sie im Einzelnen achten sollten, steht im Ratgeber Lernplattform auswählen. Testen Sie in jedem Fall selbst, bevor Sie sich festlegen.
Reine Selbstlernkurse brechen viele Teilnehmende ab. Betreuung hält sie dabei. Das können Live-Termine sein, Rückmeldungen auf Einsendungen oder einfach eine feste Ansprechperson für Fragen. Planen Sie dafür Zeit ein, denn Betreuung lässt sich nicht automatisieren.
Automatische Begleitmails helfen trotzdem: eine Einladung zum Start, eine Erinnerung nach längerer Pause und eine Nachricht zum Abschluss. So bleiben Teilnehmende dran, ohne dass Sie jede Mail einzeln schreiben.
Sobald Sie Geld verlangen, Lehrende und Lernende räumlich getrennt sind und Sie den Lernerfolg überwachen, kann Ihr Kurs Fernunterricht sein. Dann braucht er eine Zulassung der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht. Ohne sie ist der Vertrag nichtig.
Klären Sie diese Frage deshalb, bevor Sie verkaufen. Einen Überblick gibt der Ratgeber ZFU-Zulassung für den Fernlehrgang. Zudem gehören eine Datenschutzerklärung und klare Vertragsbedingungen zu jeder Online-Akademie.
Hinweis: Dieser Ratgeber gibt einen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.
Mit dem Start ist eine Online-Akademie nicht fertig. Schauen Sie regelmäßig, wo Teilnehmende abbrechen und welche Fragen sie häufig falsch beantworten. Dort liegt meist eine Erklärung, die noch nicht trägt. Bitten Sie außerdem nach jedem Abschnitt um eine kurze Rückmeldung.
Überarbeiten Sie danach gezielt, statt alles auf einmal neu zu machen. Ein Modul pro Monat genügt oft schon. So bleibt Ihr Angebot aktuell, und Sie sehen an den Ergebnissen, ob die Änderungen wirken.
Kurz gesagt: Wer eine Online-Akademie aufbauen will, beginnt bei Zielgruppe und Lernziel, teilt den Stoff in kurze Module, prüft den Lernerfolg, wählt eine fertige Plattform, plant Betreuung ein und klärt früh die Frage der ZFU-Zulassung.
acadivo ist eine fertige Lernplattform unter Ihrer Marke. Die Funktionen sehen Sie auf der Seite Funktionen.
Einer genügt. Ein gut gemachter Kurs mit klarem Lernziel überzeugt mehr als zehn halbfertige. Weitere Kurse ergänzen Sie, wenn der erste läuft.
Nicht zwingend. Viele Themen funktionieren mit Text, Bildern und Übungsfragen. Kurze Videos lohnen sich vor allem, wo Abläufe gezeigt werden müssen.
Meist über die eigene Website oder einen Shop. Die Teilnehmenden legen Sie danach in der Lernplattform an oder laden sie per Tabelle ein.
Legen Sie ein eigenes Testportal mit Musterkursen an. Ohne Zahlungsdaten, ohne Vertrag — nach sieben Tagen endet der Test von selbst.